Nächster Termin:

 

Am Mittwoch, den 07. Dezember, treffen wir uns 19:00Uhr wieder im Essighof.

Themen der bevorstehenden Jahreshauptversammlung sollen besprochen werden.

Gäste sind uns herzlich willkommen. Um Voranmeldung per Mail wird gebeten

 
 

Kontakt zum Kreisverband

Tel.: 05536/999544
sabinegolczyk@gmx.de
DieLinke_Holzminden@web.de

 
 

Keine GROKO, aber die GAGROKU

Die konstituierende Sitzung des Kreistages am 7. November ließ erahnen, was die nächsten fünf Jahre im Landkreis geschehen wird. Da die Landtagswahlen bald anstehen, in der sowohl die SPD als auch die CDU ihre Direktkandidaten ins Landesparlament schicken wollen, wurde von beiden Parteien behauptet, es habe „nur Gespräche“ und „Gemeinsamkeiten“ zwischen ihnen gegeben. Deutlich wurden Nähe und Gemeinsamkeiten beider Parteien, wenn man sich ansah, wer der hauptsächliche Gesprächspartner des SPD-Fraktionsvorsitzenden Reuter war: Er und Uwe Schünemann bildeten das Paar des Abends. Dementsprechend verliefen dann auch alle Abstimmungen dieser GAnz GROßen KUngelrunde. Zuerst wurde eine wichtigsten Errungenschaften der letzten Legislatur gegen die Stimmen von Grünen und Linken gekippt. Ab sofort werden die Widersprüche von Menschen gegen Entscheidungen der Sozialbehörden nicht mehr wie bisher im Sozialausschuss behandelt, sondern von 2 Personen des Freundeskreises aus CDU und SPD in Zusammenarbeit mit den Verwaltungsvertretern beschieden. Schluss mit Kontrolle – bei Interessenskonflikten zwischen Verwaltung und materiell benachteiligten Bürgern wissen sich CDU und SPD-Vertreter Arm in Arm mit der Verwaltung. Da braucht sich niemand mehr zu sorgen, dass Unrecht gegen Menschen, die auf Sozialleitungen angewiesen sind, jemals thematisiert wird. Angesichts dieser Entwicklung macht die Weigerung der SPD, einen Ombudsrat für materiell benachteiligte Menschen im Kreis zuzulassen, noch mehr Sinn. Ein solcher Rat hätte möglicherweise das ungestörte Beisammensein der GAGROKU aus SPD, CDU, UWG und FDP gestört. Diejenigen aus dem Kreis, die sich die Mühe gemacht haben, sich das AFD-Wahlprogramm anzusehen, verwundert es sicher nicht, dass auch die AFD sich auch in dieser Frage der GAGROKU anschloss.

Genosse, schämst Du Dich nicht?

Zum Parteikonvent der SPD

Schon Kurt Tucholsky verzweifelte an denen in der SPD, die nicht mehr die Arbeiter vertreten, sondern sich darüber definieren, „dazu zu gehören“ (zu wem eigentlich?)An denen, die alles vergessen haben, wofür Sozialdemokratie steht. Diese große Partei, mit ihren großen Köpfen von August Bebel über Rosa Luxemburg bis Willy Brandt, steht am Rande eines Abgrunds und scheint mit diesem letzten verantwortungslosen Schritt, dem „Ja“ zu CETA fest entschlossen, sich in eben diesen Abgrund zu stürzen.

Viele überzeugte Sozialdemokraten haben die SPD nach den verheerenden Kahlschlägen der Agenda 2010 verlassen, um über die WASG eine neue politische Heimat in der LINKEN zu finden. Die sich seitdem immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, der extreme Abbau von Arbeiterrechten und die Verarmung der Kommunen gaben uns in unserer Entscheidung Recht, dass Sozialdemokratie in der SPD nicht mehr zu Hause war und ist. In der LINKEN haben wir eine politische Heimat gefunden.

Unser Appell an die Sozialdemokraten, die entweder noch in der SPD verharren oder mit dem Gedanken spielen, die Partei zu verlassen:
Zieht Euch nicht aus der Politik zurück! Überlasst dieses Land und seine Menschen nicht den Konzernen und ihren Bütteln, lasst nicht zu, dass sich die Schere noch weiter öffnet, dass immer mehr Menschen der Demokratie den Rücken kehren. Manchmal muss man sich trennen, um den eigenen Überzeugungen treu bleiben zu können.

Und hier nun Tucholskys Gedicht, das er heute wohl an Sigmar Gabriel richten würde:

Kurt Tucholsky – An einen Bonzen
Einmal waren wir beide gleich.
Beide: Proleten im deutschen Kaiserreich.
Beide in derselben Luft,
beide in gleicher verschwitzter Kluft;
dieselbe Werkstatt – derselbe Lohn –
derselbe Meister – dieselbe Fron –
beide dasselbe elende Küchenloch …
Genosse, erinnerst du dich noch?

Aber du, Genosse, warst flinker als ich.
Dich drehen – das konntest du meisterlich.
Wir mußten leiden, ohne zu klagen,
aber du – du konntest es sagen.
Kanntest die Bücher und die Broschüren,
wußtest besser die Feder zu führen.
Treue um Treue – wir glaubten dir doch!
Genosse, erinnerst du dich noch?

Heute ist das alles vergangen.
Man kann nur durchs Vorzimmer zu dir gelangen.
Du rauchst nach Tisch die dicken Zigarren,
du lachst über Straßenhetzer und Narren.
Weißt nichts mehr von alten Kameraden,
wirst aber überall eingeladen.
Du zuckst die Achseln beim Hennessy
und vertrittst die deutsche Sozialdemokratie.
Du hast mit der Welt deinen Frieden gemacht.

Hörst du nicht manchmal in dunkler Nacht
eine leise Stimme, die mahnend spricht:
„Genosse, schämst du dich nicht –?“